Bundesweite Fotoaktion Mietenstopp: Es ist 5 vor 12 vorm Neuen Rathaus in Göttingen

Bundesweiter Aktionstag Mietenstopp: Hauptkundgebung vorm Nachbarschaftszentrum in Grone

Gutes Wohnen für Alle lädt am Aktionstag 19.6.2021 um 12:45 ins Herz der Mieterhöhungs-Unternehmen nach Grone ein, Wiesenschotterplatz am Nachbarschaftszentrum, Jonaplatz/Deisterstraße 10. Hier werden Betroffene unterschiedlicher Mieterhöhungen ihre Situation schildern. Bei Kaffee und Kaltgetränk lässt es sich prima vernetzen.

Das Göttinger Bündnis Gutes Wohnen für Alle, in dem wir uns auch engagieren, beteiligt sich an der bundesweiten Kampagne für einen unmittelbaren Mietenstopp für ein Einfrieren der gegenwärtigen Mieten für sechs Jahre.

Der absurde Mietenmarkt brauche sofortige und nachhaltige Reformen. Diese dürfen nicht auf dem Rücken der Mieter*innen umgesetzt werden. Deshalb fordern Aktivist*innen für einen bezahlbaren Wohnraum am 19. Juni 2021 in über fünfunddreißig Städten den sofortigen Bestandschutz gegenwärtiger Mieten.

Zur symbolischen Uhrzeit fünf vor zwölf findet zuvor eine Fotoaktion am Neuen Rathaus statt. Anschließend wird die Aktion auch am Kundgebungsort in Grone wiederholt.

Update, 19.6.: Fotos + Wortmeldungen

„Hände hoch für den MIETENSTOPP“ lautet die Devise bundesweit in über 80 Städten am heutigen Aktionstag für bezahlbares Wohnen. Das Göttinger Bündnis Gutes Wohnen für Alle versammelte zur symbolischen Uhrzeit fünf vor zwölf am Göttinger Rathaus Politik und Mietinitiativen. Anschließend äußerten sich Betroffene von Mieterhöhungen bei einer Kundgebung in Grone. Vor rund fünfzig Teilnehmenden sprachen Mieter_innen des Ado/Adler-Konsortiums, der EBV aus dem Blümchenviertel, von Kündigung bedrohte Wohngemeinschaften aus dem Leineviertel oder Anwohner_innen des Coreo-Wohnhauses in der nördlichen Innenstadt.

„Ohne den gesetzlichen Mietendeckel hätte uns Adler Modernisierungskosten von 70 % aufgebürdet. Ich wehre mich mit dem Mieterverein auch vor Gericht gegen einen neuen Balkon, obwohl ich den bisherigen einwandfrei nutzen kann“, sagt Bärbel Safieh, Bewohnerin der Adler/Ado-Wohnblöcke. „Der Umbau ist eine Katastrophe. Schlecht gesicherte Baustellen, auf denen ich mich verletzt habe, sind lange nicht alles. Meine Wohnung verzeichnet nach Umbau Risse und das Inventar ist ramponiert worden. Dafür will der Vermieter nicht aufkommen“, beklagt eine andere Anwohnerin aus dem Elmweg.

„Home-office, home-fitness, stay home: die Corona Krise hat uns das alles gelehrt. Aber wir als Mieter der EBV aus dem Blümchenviertel haben Zukunftsängste, ob das Viertel noch unser Zuhause bleiben wird, wenn die Wohn-Gesellschaft so weiter macht. Es ist Gentrifizierung pur“, beklagt ein Mieter aus der Weststadt.

„Wir laden alle Ende August ins Leineviertel ein, mit uns die Stimme zu erheben. Schnelle Rendite, Neuvermietung nach Eigenbedarf-Kündigung und noch andere Sauereien machen uns das Wohnen zur Plage. Wir müssen uns vernetzen und mit gemeinsamer Stimme sprechen“, rufen Bewohner von Wohngemeinschaften der Eisenbahnstraße im Leineviertel auf.

„Heute steht uns der Schweiß nicht nur wegen den hohen Temperaturen ins Gesicht. Wir ächzen unter der hohen Mietenlast in Göttingen. 40 % mehr Mietbelastung verzeichnen einige Mietinitiativen am heutigen bundesweiten Aktionstag #MIETENSTOPP. Diese Spirale zulasten der Mieter_innen muss ein Ende haben. Neben wichtigen Maßnahmen wie qualifizierten Mietenspiegel, Rekommunalisierung von Wohnraum, und Ausweitung des Neubaus von sozialem und bezahlbarem Wohnraum fordern wir das sofortige Einfrieren gegenwärtiger Mieten für sechs Jahre“, sagt Agnieszka Zimowska (DGB) für das Bündnis Gutes Wohnen für Alle.