Die Erkrankung heißt COVID-19. Der Erreger heißt SARS-CoV-2. Gemeinhin "Corona" oder "Coronavirus" genannt. Durch die Coronavirus-Pandemie kommt es zu zahlreichen Einschränkungen im Alltag. Personen in der Risikogruppe (ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen) sollten sich schützen - und von Anderen geschützt werden. Alltägliche Tätigkeiten wie Einkaufen, auf Kinder aufpassen oder mit dem Hund Gassi gehen sind jetzt riskante Vorhaben.

Benötigen Sie Alltagshilfe?

Wer Hilfe oder einfach nur ein offenes Ohr benötigt, kann sich in Göttingen telefonisch an die Gruppe "Solidarisch gegen Corona" wenden:

05 51 - 27 07 68 94

Auch wer helfen möchte, ruft dort an, oder findet hier eine Übersicht.

Die Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen e.V. stellt auf ihrer Website eine große Liste mit Hilfsangeboten bereit.

Bürgertelefon

Sie können sich aber natürlich auch an das Bürgertelefon der Stadt Göttingen wenden unter der Telefonnummer 05 51 - 70 75 100 und Rat und Hilfsangebote erfragen:

Montag - Freitag: von 8 - 12 Uhr und 15 - 17 Uhr
Wochenende und Feiertage: von 9 - 11 Uhr und 15 - 16 Uhr

Wer nicht in der Lage ist, sich selbst zu versorgen, und keine anderweitige Unterstützung hat, kann sich montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr unter der Telefonnummer 05 51 - 400 34 00 an die Stadt wenden.

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie keine fremden Menschen in Ihre Wohnung!

Krankheitssymptome?

Wenn Sie Krankheitssymptome haben (Fieber, Husten, Atemnot und andere Symptome, die bei Grippe, Erkältungen und Allergien auftreten), rufen Sie bitte sofort Ihren Hausarzt (oder einen anderen Allgemeinmediziner) an oder - nur in dringenden Fällen - wenden Sie sich an den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) unter der Telefonnummer 116 117 (hat keine Vorwahl).

Bei höherer Dringlichkeit können Sie die Notaufnahme der Universitätsmedizin anrufen: 05 51 - 39 86 01.

Im akuten Notfall wählen Sie den Notruf 112.

Gesichtsmasken

Ab Montag, 27.4., muss im ÖPNV und beim Einkaufen eine Gesichtsmaske getragen werden. Da professionelle Masken nach wie vor Mangelware sind, sollten im Alltag selbstgemachte Masken verwendet werden. Die Stadt ruft dazu auf, Masken zu nähen. Das Göttinger Tageblatt nennt viele Verkaufsstellen für Masken.

Eine selbstgemachte Maske sollte so dicht sein, dass das Atmen durch sie hindurch spürbar schwerer fällt. Menschen mit Atembeschwerden sind von der Mundschutzpflicht ausgenommen. Sie werden dadurch geschützt, dass alle anderen Masken tragen und Abstand halten. Hier die vermutlich einfachste Weise, selber eine Gesichtsmaske zu machen.

Gesichtsmasken verhindern keine Übertragung durch die Luft. Auch mit einer Gesichtsmaske müssen noch die Abstands- und Hygieneregeln beachtet werden: direkten Körperkontakt vermeiden, Abstand von 2 m halten, in die Armbeuge husten oder niesen, nur unvermeidliche Wege und (Arzt-)Besuche machen, mit Seife 30-60 Sekunden lang gründlich die Hände waschen, sich nicht an die Augen fassen, Masken nur so kurz wie möglich verwenden und dann entsorgen oder reinigen. Wiederverwendbare Masken sollten bei 60° oder 95° C gewaschen und anschließend Hitze ausgesetzt werden, die alle Viren abtötet, entweder durch Bügeln oder 90 Minuten in einem auf 90° C vorgeheizten Backofen.

Hilfe für Obdachlose und Bedürftige

Gerade Wohnungslose leiden unter der Coronavirus-Pandemie: Sie haben keine Wohnung als sicheren Rückzugsort. Auf den Straßen gibt es nur noch wenige Menschen, von denen sie etwas Geld bekommen könnten.

Eine konkrete, solidarische Hilfe ohne direkten Menschenkontakt ist ein Gabenzaun. Eine Anleitung gibt es hier.

Gabenzäune gibt es an der Marienkirche (Groner Tor, gegenüber vom Friseurstudio) und am Waageplatz (bei der Staatsanwaltschaft, früheres Gefängnis). Dort bitte 2 m Abstand halten!

Belastet Sie die Krise psychisch stark?

Jetzt verunsichert oder verängstigt zu sein, ist ganz normal. Einsamkeit, oder Besorgtsein zusätzlich um die Kinder oder erkrankte Verwandte, kann aber auch eine große Belastung werden. Bleiben Sie damit nicht allein: Telefonieren Sie mit psychisch gefestigten Vertrauenspersonen, beraten Sie sich mit Ihrem Hausarzt, oder rufen Sie die Telefonseelsorge oder das Caritas-Beratungstelefon an.

Ärger zuhause?

Eine Reihe von Hotlines stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereit, u.a. für Jugendliche, Eltern, Pflegende, Schwangere und von Gewalt bedrohte Frauen.

Hängt diesen Info-Flyer für von Gewalt Betroffene bei euch im Haus auf!

Arbeitslos wegen Corona?

Die Sozialberatung Göttingen hat ein Infoblatt zum Thema "Verdienstausfall im Rahmen der Corona-Pandemie" (PDF, 119 kB) herausgegeben mit einem Vordruck für Studierende, um mit Verweis auf einen Härtefall auch Grundsicherung beantragen zu können. Das Studentenwerk hat einen Hilfsfonds eingerichtet.

Es kann aber auch sinnvoll sein, in einer Rechtsberatung überhaupt die Rechtmäßigkeit der Entlassung zu prüfen. Ohne Geld und Rechtsschutzversicherung können Sie beim Amtsgericht Beratungshilfe beantragen (siehe unten beim Thema Miete). Im Falle eines Prozesses mit guter Erfolgsaussicht besteht außerdem die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe (PDF, 21 kB) zu beantragen. Wer kein Geld hat, kann sich also trotzdem sein Recht erstreiten!

Die Bundesregierung plant, den Zugang zu Hartz IV zu erleichtern. Wer sich im konkreten Fall unsicher ist, kann die Sozialberatung der AWO um Rat fragen.

Einen umfassenden Überblick zu arbeitsrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise hat die FAU Jena erarbeitet.

Mietzahlung ein Problem?

Die Bundesregierung will die Kündigung von Mietverträgen wegen Zahlungsausfall während der Coronavirus-Krise verbieten.

Falls Sie jetzt weniger verdienen, haben Sie nun vielleicht Anspruch auf Wohngeld?

Wenn Sie dennoch Mietprobleme haben, empfiehlt es sich, eine Rechtsberatung zu kontaktieren. Das geht entweder bezahlt aus eigener Tasche, über eine private Rechtsschutzversicherung, den Mieterverein, die Stadt (Wohngeld), oder über eine der kostenlosen Mietrechtsberatungsmöglichkeiten (zur Zeit telefonisch oder per E-Mail):

  • AStA Uni Göttingen: Goßlerstr. 16A | Raum 1.113 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! | Telefon: 0551-3934564 | Öffnungszeiten: Mo–Fr 10:15-13 Uhr
  • Tafel Göttingen: Mauerstraße 16/17 | Jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr | durch motivierte und engagierte Jurastudenten/innen | mit anwaltlicher Kontrolle im Hintergrund | in Kooperation mit der Tafel Göttingen e. V.
  • OM10 | Bürger*innenforum Waageplatz-Viertel: Jeden ersten Mittwoch im Monat zwischen 18 und 19:30 Uhr kostenfreie Mietberatung im Saal der Obere-Masch-Str. 10 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Beratungshilfe beim Amtsgericht: Maschmühlenweg 11 | Sprechzeiten: Mo–Fr 9–12 Uhr | Do zusätzlich 12–15 Uhr | Bedürftige Bürger*innen ohne Rechtsschutz können einen Berechtigungsschein für Beratungshilfe beantragen. Das geht beim Amtsgericht mündlich während der Sprechzeiten oder schriftlich (Antrag gibts beim Pförtner), sowie direkt beim Rechtsanwalt*in. Mit dem Berechtigungsschein kann ein Anwalt*in eigener Wahl aufgesucht werden (diese*r verlangt trotzdem eine Pauschale von 15 Euro).

Im Falle eines Prozesses mit guter Erfolgsaussicht besteht außerdem die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe (PDF, 21 kB) zu beantragen. Wer kein Geld hat, kann sich also trotzdem sein Recht erstreiten!

Weitere Infos über Corona-Hilfe-Angebote:

Weitere Infos über die Krise: